Eine Zeichnung, die sich in der Zeit entfaltet: Escaping the Eye existiert sowohl als Animation als auch als vollständig entrolltes Bild und macht einen Prozess der Transformation im Entstehen sichtbar.

Ausgehend von The Pilgrim’s Progress (John Bunyan) versteht die Arbeit den Weg nicht religiös, sondern als offenen, künstlerischen Prozess. Die Animation entstand als fortlaufende Kohlezeichnung auf einer Papierrolle. Sichtbar war jeweils nur ein Ausschnitt; das Vorherige verschwand, das Kommende blieb ungewiss. Die Zeichnung entwickelte sich intuitiv – Linie wurde Form, Form wurde Transformation. So wurde der Akt des Zeichnens selbst zur Reise. Das entstehende Geflecht aus Wegen, Strukturen und Figuren lässt sich als Landschaft, Fluss oder Organismus lesen. Bedeutung ist nicht festgelegt, sondern entsteht im Blick der Betrachtenden.

In der Installation existiert dieser Prozess in zwei gleichzeitigen Formen: als animierte Sequenz in einem Video und als vollständig entrollte Zeichnung, an beiden Enden auf Holzstäben montiert, in der der gesamte zeitliche Verlauf gleichzeitig sichtbar wird.

Am Anfang der Zeichnung erscheint – unbewusst und nicht geplant – ein großes Auge. Aus seinem Zentrum gehen gestrichelte Linien hervor, die sich in verschiedene Richtungen bewegen. Eine davon setzt sich nach oben fort und bleibt als Spur eines Blicks bestehen, der nicht mehr beobachtet, sondern sich löst. „Escaping the Eye“ bezeichnet diesen Verlauf.

Die Arbeit besteht aus zwei Teilen:
– Zeichnung, Kohle auf Papier, 50 × 117 cm (Hochformat)
– Animationsfilm, 1’30“ in Loop, ohne Ton

© Maria Korporal 2026

Ausstellungen:
• 26. Juli – 30. August 2026: The Pilgrim’s Progress, Galerie am Klostersee, Lehniner Institut für Kunst und Kultur, Kloster Lehnin.

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Die Künstlerin bei der Arbeit: