Good Trip, Bad Trip

Es ist ein aufregendes Erlebnis, mit dem Auto durch die beleuchteten Straßen Berlins zu fahren und dabei Rockmusik auf voller Lautstärke zu hören. Es wirkt wie eine Art von Trance. In meinem Video wird die Fahrt zum Rausch eines Drogenabhängigen. Die Stadtszenen sind am Anfang gut zu erkennen, verwandeln sich aber langsam in abstrakte Bilder: Zuerst bunt und kaleidoskopisch ekstatisch (good trip), dann aber langsam grausam und bedrohlich, wie ein schlimmer Ölteppich auf der Oberfläche des Ozeans, und die Musik wird verzerrt und unangenehm (bad trip).
Autofahren, Lichter der Stadt – die Zivilisation der heutigen Welt basiert auf einer tiefen Sucht ermöglicht durch fossile Brennstoffe. Die globalen Umwelt- und Klimaprobleme im Zusammenhang mit dem Kraftstoffverbrauch sind bekannt und unbestreitbar: Die Zukunft der Erde ist in Gefahr. Wir sollten uns von unserer fossilen Sucht befreien, wenn wir nicht in einen ewigen “bad trip” gleiten wollen.

Der Roboter Red Rekall, der am Anfang und am Ende des Videos erscheint, ist eine Schlüsselfigur in meinem Rekall Projekt, in dem kleine wind-up Spielzeugroboter Menschen um die Welt führen und künstliche Reiseerinnerungen schaffen. Rekall erschafft Erfahrungen, in denen man eintaucht, aber gleichzeitig beobachtet er uns – an diesem Punkt könnte man die Absurdität unserer Existenz erkennen.

Screenings:
• 17.-19. April 2020: Over the Real – Festival Internazionale di Videoarte, Lucca.
• 10. Januar –  6. März 2020: in Endlosschleife auf der Ausstellung Fossile Sucht, Group Global 3000, Berlin.

Titel: Good Trip, Bad Trip
Technik: Experimentelles Video und Animation
Länge: 4’25“
Jahr: 2019
Sound Design: von Maria Korporal mit einem CC0 Track von Loyalty Freak Music

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